Ein Vogelhaus im Garten aufstellen – darauf sollten Sie achten

Seitdem sich Menschen mit dem Vogelschutz auseinandersetzen, sind Vogelhäuser und Nistkästen ein Thema.

VogelhausEs gibt da sehr unterschiedliche Varianten von Vogelhäusern:
  • Offenes Vogelhaus
  • Geschlossenes Vogelhaus
  • Vogelfutterhaus
  • Nistkasten
  • Vogelvilla
Sich ein Vogelhaus zu kaufen und dann in den Garten stellen ist eine tolle Sache. Es hat aber noch einen ganz anderen Reiz, wenn Sie sich das Vogelhaus selber bauen. Dabei kann Ihnen die Seite http://www.vogelhaus-selber-bauen.org weiterhelfen. In einer Behindertenwerkstatt oder Schule lässt sich so ein Vogelhaus-Projekt gut umsetzen. Aber auch wenn der Großvater mal etwas mit seinem Enkel bauen möchte.
Im Folgenden Beitrag bekommen Sie alle nötigen Informationen, worauf zu achten ist beim Aufstellen eines Vogelhauses in Ihrem Garten.
 

Wann der richtige Zeitpunkt ist ein Vogelhaus aufzustellen.

Für Vögel muss es immer Möglich sein Nahrung aufzunehmen. Im Sommer, wenn in der Luft noch viele Insekten unterwegs sind und auch am Boden allerhand Nahrung für Vögel zu finden ist, sind zusätzliche Knödel oder Körner nicht unbedingt notwendig. Obwohl ich die Erfahrung gemacht habe, dass dieses Angebot von den Vögeln natürlich nicht nur im Winter in Anspruch genommen wird.
Wenn sich aber im Winter eine Schneedecke bildet und die Nahrungsaufnahme für viele Vögel immer schwieriger wird – gerade dann sollten Sie darauf achten, dass Sie in Ihrem Garten immer etwas parat haben. So überleben die Vögel den Winter garantiert.
Wenn Sie Ihr Vogelhaus im September oder Oktober aufstellen, machen Sie nichts falsch. Wenn Sie es zum ersten Mal aufstellen, haben die Vögel auch noch genug Zeit das neue Vogelhaus zu finden und auf Sicherheit zu überprüfen.
 

Welches Holz ist am besten geeignet.

Holz eignet sich beim Bau eines Vogelhauses oder Nistkastens am besten. Weniger Metall oder Plastik.
Dann stellt sich natürlich die Frage, zu welcher Art von Holz sollten sie greifen.
Es ist ratsam auf härteres Holz zu setzen. So erhöhen Sie die Lebensdauer Ihres Vogelhauses. Aber es ist auch nicht jedes harte Holz witterungsbeständig.
Hier mal ein Paar Holzarten aufgeführt, die auch öfter im Außenbereich angewendet werden und witterungsbeständig sind.
  • Lärchenholz: Wird oft für Terassen, Außenfassade, etc. angewendet. Natürliche Witterungsbeständigkeit.
 
  • Douglasie: Ähnlich wie das Lärchenholz ohne Vorbehandlung witterungsbeständig. Wird gerne im Außenbereich eingesetzt. Auch öfters im Wasserbau, Schiffsmasten, etc. Bei Kinderspieltürme wird meist auch Douglasieholz verwendet.
 
  • Eichenholz: Die Eiche ist für ein Vogelhaus ebenfalls gut geeignet. Wird oft für Fensterrahmen verwendet. Bei der Eiche ist das Kernholz witterungsbeständig. Das Splintholz (der äußere Rand) der Eiche sollte man eher nicht verwenden.

Wie Sie Ihren Garten für Vögel attraktiv machen.

Man kann beobachten, dass in naturnahen Gärten mehr Vögel anzutreffen sind, als in glatt gepflegten Gärten.
Wenn Sie Ihren Gartenvögeln Nahrung und Schutz bieten möchten, sollte Sie auf einige Punkte achten:
  • möglichst giftfrei im Garten arbeiten
  • heimische Wildkräuter und Stauden anlegen
  • nicht das ganze alte Laub entfernen, sondern unter den Büschen liegen lassen
  • Trockenmauern anlegen
  • Kleine Gewässer anlegen (auch nützlich zur Tränke oder als Bad für die Vögel)
  • Sträucher, Hecken, ggf. auch Bäume pflanzen
Was für Vögel wichtig ist:
  • heimische, beerentragende Sträucher
  • beerentragende Kletterpflanzen
  • alte Obstbäume mit natürlichen Baumhöhlen
  • Blumenwiesen
Kleiner Hinweis: Es kann gut sein, dass Ihr Garten von den Vögeln eher gemieden wird, wenn Sie öfters auch Katzen im Garten herumlaufen haben. Sie gehören nämlich zu den Erzfeinden.
 

Wie, wann und womit Sie Vögel füttern sollten.

Viele sind verunsichert, ob es Sinn macht die heimischen Wildvögel rund um Haus und Garten zu füttern. Das Füttern kann helfen die unterschiedlichen Vogelarten kennenzulernen und zu beobachten. Und auch bei Kindern und Jugendlichen kann dadurch das Interesse für Vögel geweckt werden.
Man sollte sich aber darüber Gedanken machen, wann und wie das Füttern Sinn macht. Hier einige Punkte:
  • Es ist nicht nötig, dass Sie die Vögel das ganze Jahr über füttern.
  • Beschränken Sie das Füttern hauptsächlich auf die Winterzeit und hier auch auf besonders die Zeit, wenn Vögel sehr wenig finden und dadurch in Not geraten könnten.
  • Bei strengem Frost mit Nachttemperaturen von -5°C, geschlossener Schneedecke, Eis oder Raureif ist das Füttern definitiv angebracht.
  • Wildvögel sind Wildtiere und keine Haustiere und so sollten Sie sie auch behandeln.
  • Versuchen Sie den Vögeln einen naturnahen Lebensraum zu erhalten. D.h. lassen Sie beispielsweise auch mal Unkrautvernichtungsmittel o. ä. weg. Damit tun Sie den Vögeln mehr gutes, als mit einem breiten Futtersortiment.

Das richtige Futter.

Die häufigsten Vogel-Gäste in Siedlungsgebieten in Deutschland sind:
  • Meisen (Kohl-, Blau-, Sumpfmeise)
  • Kleiber
  • Amsel
  • Sperlinge (Haus-, Feldsperling)
  • Star
  • Finken (Buch-, Grün-, Bergfink)
  • Rotkehlchen
  • Kernbeißer
  • Erlenzeisig
  • Dompfaff und
  • Buntspecht
Schaut man jetzt auf den Nahrungsbedarf dieser Vögel, kann es in Körner- und Weichfresser aufgeteilt werden.

Körnerfresser

Zu den Körnerfressern gehören vor allem die Finken. Ihre Schnäbel sind robust und sie fressen auch außerhalb der Winterzeit Körner.
Dann gehören hier ebenfalls die häufigsten Meisenarten dazu. Im Sommer kommen Meisen vorwiegend mit Insekten durch.
Geeignete Futtergeräte: Fenster- und Gartenfuttergeräte, Futtersilos, Hessisches Futterhaus.
Das richtige Futter: Samenkörner, vor allem Sonnenblumen und Hanf, Mohn, Lein. Auch Fettkugeln, Meisenglocken, Meisenringe oder Körner-Fett-Gemische.
Diese Vögel mögen es: Buch-, Berg- und Grünfink, Dompfaff, Kernbeißer, Zeisig, Haus- und Feldsperling, Kohl-, Blau-, Sumpf-, Hauben- und Tannenmeise, Kleiber, Spechte.

Weichfresser

Weichfresser sind es meist gewohnt ihre Nahrung vom Boden aufzunehmen. Deshalb kommen sie auch oft erst gar nicht an die höher aufgehängten Futtergeräte.
Grundnahrung für Weichfresser sind im Winter Haferflocken. Bewährt hat sich ein Fett-Kleie-Gemisch (besteht aus 50% Rindertalg und 50% Weizenkleie).
Vögel, die ihre Nahrung vorwiegend vom Boden holen, bedient man am besten mit flachen Schalen am Boden, wo Mischungen drin sind. Dabei sollten Sie aber auch auf Wetterschutz achten.
Geeignete Futtergeräte: Fettmischungen am Baumstamm, in windgeschützten Unterständen, auf der Seite liegende Holzkisten, Schalen oder Glocken mit Körner-Fettmischungen.
Das richtige Futter: Haferflocken, Mohn, Rosinen, handelsübliches Weichfresserfutter, Vogelbeeren, Holunder, Äpfel, Birnen, auch angefaulte und nicht zerteilt.
Diese Vögel mögen es: Rotkehlchen, Amsel, Star, Zaunkönig, Heckenbraunelle, Garten- und Waldbaumläufer, eventuell Seidenschwanz.
Bildhinweis:
Name: Vogelfutterhaus im Garten
© Waldemar Dück